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Die Geschichte unseres Vereinslokals: Wie YB gegen Rassismus kämpft

50 Mazay-Mitglieder konnten am Samstag das Spiel YB - St. Gallen besuchen - dank der langen Tradition der Young Boys, sich gegen Diskriminierung einzusetzen.



Wer am Samstagabend das Lokal "HalbZeit", das wir als Vereinslokal nutzen, betrat, der sah viel Gelb-Schwarz und noch viel mehr Menschen. Der BSC Young Boys hatte verschiedenen im Integrationsbereich tätigen Organisationen total 200 kostenlose Tickets für das Spiel gegen St. Gallen zur Verfügung gestellt. Auch von Mazay waren rund 50 Mitglieder dabei.



Das Engagement von YB gegen Rassismus und Diskriminierung hat eine lange Tradition.

Sie begann in der Saison 1995/96, als der BSC YB finanziell kurz vor dem Ruin stand. "Kein Witz: Unser Lieblingsverein konnte sich damals nicht einmal mehr die Porti für die Bettelbriefe leisten. Die YB-Frankiermaschine wurde nämlich von der Post eingezogen", steht in der Geschichte des HalbZeit-Lokals. Gleichzeitig wurde das Wankdorfstadion von rassistischen und neo-nazistischen Hooligans unsicher gemacht. Dunkelhäutige Spieler der Gästeteams wurden systematisch ausgebuht und teilweise sogar mit Bananen beworfen.


So entstand der Verein "Gemeinsam gegen Rassismus", der die HalbZeit heute betreibt. Der Verein wandte sich mit hunderten Briefen an Unternehmen und Privatpersonen. Und hatte damit Erfolg: "Gemeinsam gegen Rassismus" sammelte genug Geld, um zum YB-Hauptsponsor zu werden. In der Auf-/Abstiegsrunde 1995/96 trugen die Young Boys den Slogan grossformatig auf den Trikots. Teil des Deals war, dass sich YB fortan - zum Beispiel bei Eingangskontrollen - an die Grundsätze anti-rassistischer Praxis hielt. Die Folge: Rassistische Angriffe und Anpöbeleien, das Tragen oder Sprayen von Hakenkreuzen nahmen markant ab. Fans und Familien fühlten sich im Stadion wieder sicherer. Der Verein "Gemeinsam gegen Rassismus" überwies den Young Boys am Ende über 160‘000 Franken und trug damit dazu bei, dass YB diese harte Zeit überstehen konnte.

YB-Spieler Gürkan Sermeter im Gemeinsam-gegen-Rassismus-Trikot im Jahr 1996. Bild: zvg


Seither setzten sowohl "Gemeinsam gegen Rassismus" als auch YB den Kampf gegen Diskriminierung im und ausserhalb des Stadions fort. YB beteiligt sich etwa an den Aktionswochen des Netzwerks FARE (Football Against Racism in Europe). Zuletzt trugen die Spieler im März bei einem Spiel gegen den FCZ schwarze Spezialtrikots mit regenbogenfarbigen Nadelstreifen und setzten damit ein starkes Zeichen für Frieden, Offenheit und gegen Diskriminierung.


Der Verein "Gemeinsam gegen Rassismus" wurde seit 1996 national immer häufiger zur Anlaufstelle zum Thema Sport und Rassismus, organisierte Podiumsdiskussionen und Freundschaftsspiele z.B. zwischen dem FC Pristina und dem FC Thun, verkaufte Tausende Schals mit seinem Slogan und so weiter. Und: "Gemeinsam gegen Rassismus" stellt dem Verein Mazay die "HalbZeit" kostenlos zur Mitnutzung zur Verfügung. So unterstützt der Verein auch unser Engagement für Integration.






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